Alt wie ein Baum

Eine malerische Baumallee führt zum Wasserschloss Mellenthin. Uralte Eichen schmücken den Schlosspark. Noch älter geht es gleich um die Ecke zu. Die Suckower Eiche hat bisher das längste Stehvermögen.

Wer kennt es nicht, das Lied der Puhdys: Alt wie ein Baum, mit einer Krone, die weit, weit, weit über Felder zeigt, mit Wurzeln, die nie ein Sturm bezwingt … Alte Bäume haben etwas Magisches. Sie flößen Ehrfurcht ein und verströmen majestätische Ruhe. Sie können zehnmal so alt werden wie Menschen und trotzen dennoch allen Naturgewalten. Eine Tour zu den schönsten und ältesten Bäumen der Insel Usedom ist eine ganz besondere Erfahrung.

Uralter Baumbestand in Mellenthin

Am besten startet man von der Inselmitte aus. Im Ort Mellenthin findet man gleich mehrere Prachtexemplare. Auf dem Friedhof im Ortszentrum steht eine uralte Eiche. Ihr Stamm ist unglaublich dick und ihre Äste recken sich 22 Meter in den Himmel. 670 Jahre steht sie nun schon an dieser Stelle, seit dem Spätmittelalter. Und immer noch ist sie voller Leben. Respektvoll betrachte ich sie. Unglaublich, was sie schon alles erlebt hat. Als sie ein kleiner Spross war, sang man unter den Kronen ihrer Vorfahren noch Minnelieder im Heiligen Römischen Reich. Sie war schon ein erwachsener Baum beim ersten Spatenstich zum Bau des Wasserschlosses Mellenthin.


Klein und bescheiden fühle ich mich neben ihr. Ich biege auf die kopfsteingepflasterte Dorfstraße ein, die zum Wasserschloss führt. Große Alleenbäume beschirmen die Straße und spenden Schatten. Mit dem regen Treiben an Usedoms Ostseeküste haben authentischen Dörfer wie Mellenthin in der Inselmitte glücklicherweise nichts gemein. Stattdessen findet man hier noch eindrucksvolle Schlösser, reetgedeckte Häuser und üppige Natur. Zudem ist der Garten der Schlossanlage Mellenthin aus dem Jahr 1575 ein Hort alter und geschichtsträchtiger Bäume. In ihren üppigen Kronen zwitschern Vögel, während Enten im Schlossgraben planschen und der Storch von Nachbars Dach auf den Wiesen rund ums Wasserschloss nach Regenwürmern, Käfern und Mäusen sucht. Man kann das Schloss einmal ganz umrunden oder auch ausgedehnte Streifzüge durch die abwechslungsreiche Umgebung machen.

Rieseneiche mit Stehvermögen

Nicht weit vom Wasserschloss Mellenthin entfernt befindet sich der älteste Baum der Insel Usedom. Er findet sich einen Kilometer nördlich von Suckow in der Gemeinde Rankwitz im Lieper Winkel. Es handelt sich um eine gut 700 Jahre alte Eiche. Das ist für einen Baum schon ganz schön alt, auch wenn Eichen eine sehr lange Lebensdauer haben. Sie können über 1000 Jahre alt werden. An der Suckower Rieseneiche hat schon sichtbar der Zahn der Zeit genagt. Bereits vor 20 Jahren brach ein riesiger Ast aus ihrer Krone und liegt noch heute zu ihren Füßen. Blitzschlag, Sturm und Unwetter – vieles hat der alten Eiche zugesetzt, doch bisher hat sie allem getrotzt. Jetzt ist sie stark bruchgefährdet. Aus Sicherheitsgründen ist der unter dem Baum verlaufende Weg gesperrt. Doch auch aus einiger Entfernung ist dieses alte Naturdenkmal noch immer imposant. Als wir ihn an einem Frühlingstag besuchen, ist es noch kühl und der 700-Jährige noch kahl. Irgendwie steht dem alten Baum das aber sehr gut. Hoffen wir, dass er noch viele Frühlinge erlebt. Er ist einfach Teil der Insel Usedom und ein schönes Symbol für die Urwüchsigkeit des Achterlandes.

Alt wie ein Baum – die Suckower Eiche

Alt wie ein Baum – die Suckower Eiche

Wasserschloss Mellenthin
Schlossallee 5
17429 Mellenthin
Tel.: 038379 2878-0
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Täglich ab 11 Uhr geöffnet.
4.November-31.Dezember täglich ab 12 Uhr geöffnet.
 
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