Ein Ausflug zu den ältesten Steinen Usedoms

Eines der schönsten Museen Usedoms unter freiem Himmel ist der Gesteinsgarten am Forstamt Neu Pudagla. Die Exponate sind viele Millionen Jahre alt.

Ein Museumsbesuch bei schönem Wetter

Es gibt viele Museen auf Usedom. Beeindruckende und sogar skurrile. Die Naturerlebniswelt in Heringsdorf zum Beispiel ist für große und kleine Besucher ein echtes Erlebnis. Ebenso exotisch ist auch das Verrückte Bügeleisenhaus bei Zinnowitz oder die Schmetterlingsfarm in Trassenheide. Diese sehenswerten Museen haben allerdings einen schlechten Stand bei gutem Wetter und Sonnenschein. Dann nämlich zieht es die meisten Usedom-Gäste an den Strand und in die Natur. Zum einen ist das natürlich schade. Denn wer sie bei schönem Wetter besucht, wird belohnt mit kurzen Wartezeiten und freiem Blick auf die Exponate. Auf der anderen Seite bietet sich natürlich ein Museumsbesuch an einem der seltenen Regentage auf der Sonneninsel an.
Doch es gibt auch Freiluftmuseen auf Usedom. Ein besonders sehenswertes ist der Natursteingarten in Neu Pudagla. Er befindet sich etwas versteckt an der Hauptstraße Richtung Nordwesten, nicht weit entfernt vom Seebad Ückeritz. Mit dem Auto ist er vom Wasserschloss Mellenthin in etwa 20 Minuten zu erreichen. Doch weitaus attraktiver ist eine genussvolle Radtour oder ausgedehnte Wanderung entlang des Achterwassers. Dann wird der Ausflugstag zu einer perfekten Kombination aus gesunder Bewegung, Erlebnis, ganz viel Natur, himmlischer Ruhe, wenig ausgetretenen Pfaden und Genuss.

Steinalte Findlinge

Der Gesteinsgarten am Forstamt Neu Pudagla entstand in Zusammenarbeit mit der Uni Greifswald.
Wer dahinter nur ein paar Felsen auf einer Wiese vermutet, wird überrascht sein. Der Gesteinsgarten entpuppt sich als beeindruckende Gartenanlage. Auf befestigten Wegen schlendern Besucher durch den großen Park vorbei an imposanten Findlingen und erfahren so, dass die gezeigten Steine einst von Eiszeitgletschern aus Skandinavien auf die Insel Usedom gebracht wurden. Sie sind also – wenn man so will – Fremde auf der Insel. Allerdings liegen die meisten hier schon eine ganze Weile. Die ältesten Findlinge haben vermutlich bereits etwa zwei Milliarden Jahre auf dem Buckel. Der schwerste wiegt etwa zwölf Tonnen.
Die Zahl der Exponate im Usedomer „Jurassic Park“ ist überdies durchaus riesig. Etwa 140 Steine sind hier ausgestellt, beschrieben und „petrographisch“ genau bestimmt. Das bedeutet, dass sich die Art des Gesteins und sein ungefähres Alter in der Regel feststellen ließen. Insofern ist die oben gewählte Bezeichnung des Parks noch weit untertrieben. Denn der Jura begann erst vor etwa 200 Millionen und endete vor etwa 145 Millionen Jahren. Die meisten der hier gezeigten Exponate sind aber wesentlich älter.

Gesunde Bewegung, Erlebnis und Genuss

Bereichert wird der Gesteinsgarten noch durch ein Waldkabinett, das den Lebensraum Wald zeigt. Außerdem führt ein Lehrpfad an Bienenkästen und Riesenlebensbäumen vorbei zur „Fledermausburg“, einem alten Brunnenhaus, das den fliegenden Säugetieren als Winterquartier dient. Sehr interessant. Das Gleiche gilt für die Wildschweinbratwurst, die hier zu bestimmten Zeiten frisch vom Grill kredenzt wird. Echt lecker und nicht so mächtig, dass nicht später nach unserer Rückkehr noch ein Stück Schlosstorte im Wasserschloss Mellenthin rein passen würde. Besonders natürlich, wenn wir die Tour hin und zurück auf Schusters Rappen in Angriff genommen haben.
Mit etwa 26 Kilometern Länge weiß man abends, was man getan hat. Hinzu kommt noch der Spaziergang durch das Museum. Da passt dann auch noch ein „Schlossherrenteller“ und vielleicht eine Portion „Schlossfräuleins Kalte Liebe“ als Nachtisch.

Steinalte Findlinge im Gesteinsgarten Forstamt Neu Pudagla
Wasserschloss Mellenthin
Schlossallee 5
17429 Mellenthin
Tel.: 038379 2878-0
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Januar- 9.April Täglich ab 12 Uhr geöffnet.
Ab 10.April Täglich ab 11 Uhr geöffnet.

 
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