Rendezvous mit Riesenvögeln

Riesige Augen, langer Hals und flauschiger Körper: Bei einem Ausflug von Mellenthin nach Pudagla warten neugierige Straußenvögel auf interessierte Wanderer.

Rund um das Wasserschloss Mellenthin im Usedomer Achterland ist die Natur noch ursprünglich. Hier leben mächtige Greifvögel ebenso wie Kraniche, Reiher und zahlreiche Entenarten. Bei einer Wanderung oder Fahrradtour trifft man regelmäßig auf Gänse, Kormorane und Höckerschwäne. Was uns allerdings bei einem Abstecher auf dem Weg von Mellenthin zum Konker Berg neugierig aus riesigen Augen mit langen Wimpern entgegenblickte, war kein heimischer Vogel.

Von Mellenthin über Neppermin zum Teufelsstein

An diesem Morgen sollte uns eine schöne Wanderung eigentlich vom Wasserschloss Mellenthin über die Seepromenade von Neppermin bis zum Sandstrand am Konker Berg führen. Zurück wollten wir noch einen Abstecher zur Bockwindmühle in Pudagla machen. Das Wetter war ideal für eine längere Wanderung. Der erste Teil der Strecke führte auf schattigen Waldwegen bis zum Achterwasser bei Neppermin. Dort bot ein hölzerner Beobachtungsturm an der kleinen Uferpromenade einen tollen Blick auf das Haff und die gegenüberliegenden Vogelinseln Böhmke und Werder. Folgt man der Verlängerung der Promenade, gelangt man auf einem abwechslungsreichen Weg immer am Haff entlang bis zum Teufelsstein. Dieser liegt vor dem Konker Berg bei Pudagla im Achterwasser. Der kleine Sandstrand war noch menschenleer. Wir nutzten die Gelegenheit und sprangen in die erfrischenden Fluten.

Ein Abstecher zum Vogel Strauß

Frisch und fit nach der Abkühlung, folgten wir dem ausgeschilderten Weg nach Pudagla. An Pferdekoppeln und einem „gestrandeten“ Wohnboot vorbei führte die Strecke Richtung Autostraße und weiter zur Windmühle Pudagla. Da wir diese aber schon öfter besichtigt haben und sie zudem an einer befahrenen Straße liegt, wollten wir unsere Naturwanderung lieber fortsetzen.

Wir entschieden uns, am Wasser zu bleiben und machten uns auf den Rückweg. Oberhalb Neppermins gerieten wir auf einen Sandweg. In der Ferne konnten wir hinter einem Drahtzaun ein merkwürdiges Wesen mit langem Hals ausmachen. Neugierig gingen wir näher und erkannten zudem einen spitzen Schnabel und große Kulleraugen. Als es auf langen Beinen aufgeregt hin und her lief und mit seinen flauschigen Flügeln schlug, identifizierten wir das riesige Tier als Vogel Strauß. Den hätten wir hier am wenigsten erwartet.

Schnellläufer mit Federn 

Wie sich herausstellte, gehört der imposante Vogel zur Straußenfarm Pudagla. Leider war sie nicht geöffnet, so dass wir nur außen an den Gehegen vorbeilaufen konnten. In einigen lagen riesige Straußeneier, die energisch von den Vögeln verteidigt wurden. Sie plusterten sich drohend vor uns auf, obwohl wir Abstand hielten und sie nicht bedrängten. Obwohl sie durch die flauschigen Federn und bewimperten Augen niedlich wirken, sind sie sehr imposant und wehrhaft. Das konnten wir auf mehreren Schildern an den Gehegen nachlesen. Mit einer Körpergröße bis zu 2,80 Meter und einem Gewicht von 160 Kilo haben sie kaum natürliche Feinde. Außerdem sind sie ausdauernde Läufer und mit 70 km/h irrwitzig schnell.

Die Eier im Sand sahen äußerst stabil aus und von der Größe her fast schon wie Dinosauriereier. Tatsächlich sind Straußeneier die größten der Welt. Ein einziges entspricht in etwa 20 Hühnereiern. Seine Schale ist zudem so robust, dass man sie ohne Werkzeug kaum knacken kann. Nur die Straußenküken schaffen es natürlich. Ganz schön kräftig für so kleine Kerlchen.

Straußenfarm nahe Wasserschloss Mellenthin

Wieder zurück im Wasserschloss, trafen wir den Schlossherrn Jan Fidora. Da er seine Stammgäste gut kennt, wusste er, dass wir vom Wasserschloss aus gern viel und weit wandern. Er erkundigte sich nach unserer heutigen Tagestour. Wir berichteten ihm begeistert von den Riesenvögeln mit den schönen Augen. Andere Gäste hörten ebenfalls neugierig zu. Sofort entschieden sie, am nächsten Tag die Tour mit dem Rad nachzufahren. Natürlich mit einem Abstecher zu den Straußen. Die hatten es ihnen offensichtlich ebenso angetan wie uns. Wir erklärten ihnen noch kurz, wo die Straußenfarm genau liegt, nämlich an der Straße von Neppermin in Richtung Pudagla zwischen Kiesgruben und Schilfgürtel. Wanderer und Radfahrer dürfen sogar die Spielstraße am Achterwasser, unterhalb der Hauptstraße, nutzen.

Dann streckten wir erst einmal unsere müden Beine aus und belohnten uns nach der ereignisreichen Tour mit zwei Mellenthiner Hell im Schlosshof. Und da wir weit gewandert waren, gönnten wir uns jeder noch ein Stück Kuchen aus der Schlossbäckerei. Mohn- und Schlosstorte können wir bei jedem Urlaub im Wasserschloss Mellenthin nur schwer widerstehen.

Rendezvous mit Riesenvögeln
Rendezvous mit Riesenvögeln

Wasserschloss Mellenthin
Schlossallee 5
17429 Mellenthin
Tel.: 038379 2878-0
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Täglich ab 11 Uhr geöffnet.
4.November-31.Dezember täglich ab 12 Uhr geöffnet.
 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok