Vom Wasserschloss Mellenthin zur Holländerwindmühle Benz

Ein schönes Ausflugsziel vom Wasserschloss Mellenthin mit dem Rad oder zu Fuß ist die Holländerwindmühle in Benz. Sie war schon Filmkulisse und Malerinspiration.

Von der Inselmitte Mellenthin aus lässt sich hervorragend das Achterland erkunden. Im Gegensatz zu den touristischen Seebädern an der Ostseeküste gibt es hier noch authentische Orte, historische Gebäude und romantische Winkel zu entdecken. Einige wenige Sehenswürdigkeiten bieten sogar alles in einem. Übernachtet man im Wasserschloss Mellenthin, hat man schon einmal die erste davon für sich erobert. Das würdevolle Gebäude aus dem 16. Jahrhundert versprüht historisches Flair. Eingebettet in einem herrlichen Park mit uralten Bäumen, liegt es mitten im historischen Kern des ehemals slawischen Ortes Mellenthin aus dem 13. Jahrhundert. Daher auch der slawische Ursprung des Namens Mellenthin, der Mittelpunkt bedeutet.

Schnupperflug im Ultraleichtflieger

Wohnt man schon einmal in historischen Gemäuern, möchte man auch gern weiterhin auf geschichtlichen Spuren wandeln. Besonders angetan haben es uns dabei die alten Windmühlen im Achterland. Heute zieht es uns nach Benz. Da wir nicht unbedingt auf dem Radweg an der B111 entlangwandern wollen, kreuzen wir sie und schlagen die befestigte Straße Richtung Usedomer Fliegerclub ein. Diese führt schnurgerade übers weite Feld direkt am Flugplatz der Ultraleichtflieger vorbei. Gerade wird ein weißer Flieger mit blauem Bauch aus dem Hangar auf die Startbahn geschoben. Hier kann man bei einem Schnupperflug die Insel Usedom aus der Vogelperspektive betrachten oder sogar selbst das Fliegen erlernen. Wir winken den Männern in ihren fliegenden Kisten freundlich zu. Sie lächeln und heben grüßend die Hand.

Über Katschow auf Waldwegen nach Benz

Die lange Gerade endet direkt in Katschow. Das kleine beschauliche Örtchen ist glücklicherweise noch vom negativen Einfluss des Massentourismus verschont geblieben. Authentisch präsentiert es sich mit seinen Reetdachhäusern und Bauerngärten, romantischen Höfen, alten Stallungen und Scheunen. Es liegt am Rande des Thurbruchs, einem Niedermoorgebiet, um das sich viele Sagen ranken. Hier sollen Auerochsen, die wilden Vorfahren unserer Rinder, Bären und sogar der Vogel Greif, eine Märchengestalt der Brüder Grimm, gelebt haben. Wir könnten jetzt der Mühlenstraße über Labömitz nach Benz folgen. Sie ist wenig befahren, aber auch nicht besonders schön. Deshalb biegen wir einfach auf einen der Feldwege ab. Mit etwas Orientierungssinn kann man sich eigentlich nicht verlaufen. Es geht einfach immer nach Norden. Die Wald- und Wiesenwege, denen wir folgen, sind alle gut begehbar und auch für Fahrräder kein Problem.

Die Holländerwindmühle auf dem Mühlenberg

Bald schon kann man die Mühle am Horizont erkennen. Sie liegt auf einem Hügel und überragt die ganze Gegend. Jetzt ist die Orientierung ganz einfach. Wir haben Glück. Als wir ankommen, ist sie offen und wir können hinaufsteigen. Von oben haben wir einen zauberhaften Blick über die umliegenden Felder und Wälder und auf den Ort Benz. Aber auch unten rund um die Mühle bieten sich uns spektakuläre Fotomotive. Ohne Zweifel gehört die Mühle zu den schönsten Orten auf Usedom. Das fanden vor uns auch schon andere. Der Ort ist so attraktiv, dass er sogar Filmgeschichte schrieb. Der bekannte Regisseur Wolfgang Luderer filmte hier für „Effi Briest“. Für die legendäre Duellszene zwischen Geert von Instetten und Crampas diente die Mühle als Drehort.

Malerinspiration und Künstlertreff

Nicht nur ein beliebtes Fotomotiv
Nicht nur ein beliebtes Fotomotiv

Auch berühmte Maler wurden magisch von der romantischen Mühle angezogen. Im Jahre 1910 hielt der impressionistische Maler Lyonel Feininger sie auf dem Zeichenpapier fest. Da war sie bereits 80 Jahre in Betrieb und hatte noch weitere 62 Jahre Mahlbetrieb vor sich. Außer Feininger war auch für den auf Usedom lebenden Maler Otto Niemeyer‐Holstein die Mühle eine Herzensangelegenheit. Er erwarb sie schließlich sogar, ließ sie sanieren und machte sie zu einer Begegnungsstätte für junge Künstler. Inzwischen steht sie unter Denkmalschutz und wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Wir werfen von der Mühlenanhöhe noch einen letzten Blick auf den Schmollensee, der in der Ferne in der Nachmittagssonne glitzert. Dann ist es Zeit für den Rückweg. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag. Dann wollen wir die nächste Mühle in Angriff nehmen, die Bockwindmühle in Pudagla. Um sie und das benachbarte Kloster ranken sich viele Geschichten. Eine berichtet auch von einem geheimen Gang zum Wasserschloss Mellenthin und einem Schatz. Wir sind schon sehr gespannt …

Wasserschloss Mellenthin
Schlossallee 5
17429 Mellenthin
Tel.: 038379 2878-0
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Täglich ab 12 Uhr geöffnet


 
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