Willkommen im Biberland Usedom

Biber bekommt man auf Usedom nur selten zu Gesicht, seine nächtlichen Werke hingegen schon. Dennoch ist das größte Nagetier in vielfacher Hinsicht sehr nützlich.

Mehr als nur ein Holzfäller

Man bekommt ihn nur selten zu Gesicht. Und das, obwohl er mit einer Länge von 1,3 Metern und einem stattlichen Gewicht von 30 Kilogramm und mehr das größte Nagetier Europas ist. Doch der Biber ist dämmerungs- und nachtaktiv. Was man hingegen morgens in einigen ländlichen Regionen in der Nähe von Gewässern nicht selten zu sehen bekommt, ist das Ergebnis seiner nächtlichen Aktivität. Je nach Härte des Holzes kann ein Biber in einer Nacht einen bis zu 50 Zentimeter dicken Baum fällen.

Beim Abholzen verwendet er dabei eine Biber-typische „Sanduhrtechnik“. Das heißt, er benagt den Stamm in Form einer Sanduhr, bis der Baum fällt. Manchmal allerdings reicht ihm eine Nacht nicht. Dann zieren kreisrund halb angenagte Erlen und Pappeln den nahen Uferbereich. Diese müssen aber nicht zwangsläufig in unmittelbarer Nähe der Biberburg liegen. Denn das Revier einer Biberfamilie, die aus dem monogam lebenden Elternpaar und zwei Generationen von Jungtieren besteht, erstreckt sich auf eine bis zu drei Kilometer lange Fließgewässerstrecke. Die Reviergrenzen werden mit einem öligen Sekret aus einer Drüse im Afterbereich markiert und überdies streng gegen Artgenossen verteidigt. Das kann sogar mit dem Tod enden, wodurch aber auch eine Übervermehrung biologisch ausgeschlossen ist. Natürliche Feinde hingegen kennt der Europäische Biber ansonsten nicht. Nicht einmal der Mensch steht auf dieser Liste, da der Biber nach dem Bundesnaturschutzgesetz und innerhalb Europas streng und besonders geschützt ist.

Geschützte Biber – wertvolle Verbündete

Wer die abgeholzten und halb angenagten Bäume bei einer Wanderung auf Usedom, zum Beispiel zur Halbinsel Cosim, sieht, mag an dem Schutzstatuts zweifeln. Tatsächlich ist der Biber insbesondere in der Forstwirtschaft nicht gerade beliebt. Obwohl Biber meist jüngere Bäume annagen, werden zum Teil auch ausgewachsene Bäume gefällt. Hierdurch kann ein durchaus beträchtlicher wirtschaftlicher Forstschaden entstehen. Gerade die stark wachsende Population des Bibers in Mecklenburg-Vorpommern stellt Landwirtschaft und Gewässerschutz zunehmend vor Probleme. Denn durch das Aufstauen von Gewässern kann es zu Überschwemmungen kommen. Zudem können Dammbauten von Bibern in Straßennähe oder an Unterführungen zu Unterspülungen führen. Auf der anderen Seite aber sind Biber wichtige Verbündete im Kampf gegen den fortschreitenden Verlust bedrohter Tier- und Pflanzenarten. So schafft der Biber anderen Pflanzen und Tierarten neuen Lebensraum. Tatsächlich sind vom Biber angelegte Feuchtgebiete meist artenreicher als jedes vom Menschen angelegte Biotop. Zudem ist der Wasserrückhalt durch den Biber ebenfalls wichtig, was in Zeiten der Klimaveränderung zunehmend bedeutsamer wird.

Prima Schwimmer und Taucher

Auch aus biologischer Sicht ist der Biber ein äußerst interessantes Lebewesen. Seine beeindruckenden Nagezähne sind nicht nur sehr groß. Sie sind auch dank ihrer dicken orangeroten Schmelzschicht sehr fest, schärfen sich selbst und wachsen überdies ständig nach. Kein Wunder, dass den imposanten Nagezähnen sogar hartes Holz klein beigeben muss. Doch nicht nur Menschen mit Zahnproblemen wünschen sich die Eigenschaften von Biberzähne. Auch Wassersportler schauen neidvoll auf den großen Nager. Denn der Biber kann auch hervorragend schwimmen und tauchen. Bis zu 20 Minuten kann er ohne Luft zu holen unter Wasser bleiben. Sein dichtes und wasserabweisendes Fell schützt ihn zudem effektiv vor Auskühlung. Das ist auch bitter nötig, denn Biber halten keinen Winterschlaf. Schwimmhäute zwischen den Zehen und der Biber-typische abgeplattete Schwanz machen ihn zu einem sehr geschmeidigen Wasserbewohner.
Vielleicht liegt es an der vielen Bewegung, womöglich aber auch daran, dass sich ein Biber rein vegetarisch ernährt, auf jeden Fall können Biber ein stolzes Alter von bis zu 25 Jahren erreichen. Wenn er nicht illegal getötet wird. Denn das passiert leider immer noch hin und wieder, sei es nun aufgrund von Vorurteilen oder mangelndem Wissen.
Ich jedenfalls habe den Biber ins Herz geschlossen. Auch wenn ich ihn auf Usedom noch nie zu Gesicht bekommen habe.

Willkommen im Biberland Usedom
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