Zweimal über den Äquator? Muss nicht sein!

Wie sein großer Bruder hat der Schloss-Aquavit auch eine Reise auf dem Wasser hinter sich. Ob aber der Geschmack von der Umrundung des Schlossgrabens herrührt?

Leckere Likör- und Spirituosen-Vielfalt auf Wasserschloss Mellenthin

In diesem Jahr hat auf Wasserschloss Mellenthin die Insel-Destillerie eröffnet. Die imposante, in warmen Bronzetönen schimmernde Destillieranlage unter der Treppe im Hauptgebäude ist wirklich ein echtes Schmuckstück. Doch noch mehr begeistern mich die Produkte, die in dieser schmucken Anlage unter den Händen von Destillateurmeister Philipp Fournes und Schlossherr Jan Fidora entstehen. Ich kann beim besten Willen nicht sagen, welche Kreation ich am leckersten finde. Sind es die Liköre aus regionalen Früchten wie Heidelbeere, Schlehe oder Sanddorn?
Lecker sind auch jene aus Bier bzw. Kaffee – kein Wunder, bei schlosseigener Brauerei bzw. Kaffeerösterei. Sehr gelungen finde ich auch die anderen Spirituosen und feinen Geister aus der Destillerie, wie den kleinen Schlossgeist, den Bitter, den Insel-Absinth oder den Dry-Gin ...

Über den Äquator?

Mein geheimer Favorit ist aber wahrscheinlich doch der Schloss-Aquavit. Vielleicht, weil wir schon früher im Kreis der Familie ein Festessen gern mit einem Aquavit als Digestif abgeschlossen haben. Womöglich liegt es aber auch an der netten Geschichte, die sich um meinen früheren Lieblings-Aquavit rankte. Demnach wird dieser angeblich in Sherryfässern aus Eichenholz gelagert und reift 19 Wochen lang auf Schiffen, die den Äquator kreuzen. Der Legende zufolge sind im Jahr 1805 einige Fässer Aquavit nach Übersee verschifft worden und erst Jahre später wieder zurück nach Norwegen gelangt. Bei der anschließenden Verkostung stellte man dann überrascht fest, dass der Schnaps nun deutlich milder schmeckte als vor der Abfahrt. Dieser Effekt wurde den ständigen Bewegungen der Fässer, der Seeluft und den Temperaturschwankungen auf der langen Seereise zugeschrieben.

Mellenthiner Schloss-Aquavit

Ich mag solche Geschichten. Selbst wenn ich mir kaum vorstellen kann, dass heute noch Aquavit in Holzfässern auf Frachtschiffen den Äquator kreuzt, bildete ich mir zumindest ein, dass dieser milder schmeckte als andere aus dem Supermarkt. Zumindest so lange, bis ich den Aquavit vom Wasserschloss Mellenthin probierte. Der war nicht nur sanfter als alle anderen, die ich jemals zuvor probiert hatte. Auch seine fruchtige Komponente von Zitronen sowie die dezente Kümmel- und Dillnote begeisterten mich. Das sagte ich auch dem Kellner. Und wie es der Zufall so wollte, war an jenem Abend auch Destillateurmeister Philipp Fournes im Haus und kam an meinen Tisch.

So lernte ich nicht nur, dass der Aquavit in seinem Ursprungsland Norwegen, anders als etwa in Deutschland üblich, bei Zimmertemperatur getrunken wird, damit sich der Geschmack besser entfalten kann. Ich erfuhr auch, dass das Mellenthiner „Lebenswasser“ aus einem Destillat aus Kümmel- und Dillsamen hergestellt und mit ausgesuchten Kräutern verfeinert wird. Und auch beim Zitrusaroma täuschte ich mich nicht, denn tatsächlich werden hierbei frische Zitronenschalen im alkoholischen Dampfstrom mit destilliert, was die fruchtige Komponente bewirkt. Und wie sein berühmter Bruder wird der Schloss-Aquavit anschließend im Eichenholzfass gelagert. Darüber hinaus soll er mehrfach den Schlossgraben umrundet haben. Ob hier Seemannsgarn gesponnen wurde oder ob es der Wahrheit entsprach, vermochte ich nach dem zweiten oder dritten Gläschen allerdings nicht mehr zu sagen. Der CO2-Ausstoß fiele auf jeden Fall deutlich geringer aus, als bei einer Seereise zweimal über den Äquator. Und wie gesagt, ich mag solche Geschichten irgendwie. Schön auch, dass ich die leckere Spirituosen-Vielfalt jetzt zudem online im Wasserschloss-Shop bestellen kann.

Ob der Schlossgraben wirklich den Geschmack des Insel-Aquavit beeinflusst?
Wasserschloss Mellenthin
Schlossallee 5
17429 Mellenthin
Tel.: 038379 2878-0
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Januar- 9.April Täglich ab 12 Uhr geöffnet.
Ab 10.April Täglich ab 11 Uhr geöffnet.

 
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