Ritterlich tafeln wie König Artus auf Usedom

Schon im Mittelalter wussten die Ritter gut zu tafeln. Diese schöne Tradition setzt das Wasserschloss Mellenthin jeden Dienstag in der Schlossbrauerei fort.

Die Tafelrunde der Ritter

Schenkt man alten Überlieferungen Glauben, war die Welt der Ritter strahlend und aufregend. Sie trugen glänzende Rüstungen, waren mutig, kameradschaftlich, treu ergeben und wussten auch noch ausgiebig und opulent zu tafeln. Erzählungen über die Tafelrunde von König Artus sind legendär, obwohl sie wohl eher in die Welt der Sagen und Mythen gehören als in die reale Geschichte des Mittelalters. Nichtsdestotrotz kennt heutzutage jeder immer noch Lancelot, Parzival und Tristan, um nur drei von Artus’ edlen Rittern zu nennen. Sie waren strahlende Helden und leisteten viel für König und Vaterland. Deshalb wurden sie stets mit gutem Essen bei großen Gelagen angemessen gefeiert. So sagen es jedenfalls die Legenden. Doch was servierte man eigentlich einem hungrigen Ritter? Viel Fleisch, würde man vermuten.

Fleisch für die Ritter, Brot für das Volk

Genau so war es auch. Da viele wohlhabende Ritter das Jagdrecht besaßen, kam bei ihnen vor allem Fleisch auf den Tisch. Wild, Fasan oder Kaninchen landeten ebenso auf den Tellern wie junge Schwäne, Singvögel und sogar gelegentlich ein Pfau. Die Köche auf den Ritterburgen dachten sich ständig neue Gerichte aus. Sie füllten Pasteten, buken Schmalzkuchen und stellten reichlich Bier und verdünnten Wein bereit, damit die Ritter alles herunterspülen konnten. Den armen Leuten hingegen blieb lediglich derbes Brot mit Zwiebeln, Kohl, Knoblauch und Kartoffeln. Auch Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen füllten ihre hungrigen Mägen. Diese waren für die Ritter und den Adel tabu. Nicht etwa aus Rücksicht darauf, dass auch die Armen satt wurden. Was das einfache Volk aß, verschmähten sie. Für alle Schichten hingegen gleichermaßen undenkbar war das Essen von grünem Gemüse. Es galt als giftig. Gern hingegen wurde Süßes und Salziges gegessen. Brotfladen dienten als Beilage und gleichzeitig auch als Teller. Wurde zudem beim Rittermahl ein Pudding aufgetragen, bestand dieser nicht wie heute aus süßer Milch mit Schokolade oder Vanille. Er war vielmehr ein Auflauf aus Fleisch, verfeinert mit Kräutern und Eiern, abgeschmeckt mit Datteln, Essig und Ingwer. In Großbritannien ist heute noch mancher Pudding herzhaft und eher ein Sonntagsgericht als eine Nachspeise.

Mittelalterliches Ritterbuffet im Wasserschloss Mellenthin

Der moderne Ritter von heute hat mit dem damaligen immer noch einiges gemeinsam: Er liebt beim Tafeln Vielfalt und eine großzügige Auswahl an leckeren Gerichten. Der Schlossherr von Wasserschloss Mellenthin auf Usedom setzt deshalb jeden Dienstag auf ein Mittelalterliches Ritterbuffet, bei dem neben verschiedensten Fleischgerichten auch deftige Kartoffelaufläufe sowie hausgebackenes Brot serviert werden. Da er und seine Gäste schlauer sind als die alten Ritter, findet sich auf dem Buffet auch eine Vielfalt an gesundem Gemüse und Hülsenfrüchten sowie Obst und Süßspeisen zum Nachtisch.
In den historischen Gewölben des schönen Renaissance-Schlosses aus dem 16. Jahrhundert tafelt man immer noch ganz authentisch an langen, schweren Holztischen. Ebenfalls ganz im Sinne der mittelalterlichen Ritter, kann jeder fleißig mit hausgebrautem Mellenthiner Hell oder Dunkel nachspülen. Den Wein hingegen gibt es natürlich unverdünnt, den Pudding dem Zeitgeschmack entsprechend in der süßen Variante. Angenehm traditionell ist immer noch die Abendunterhaltung. Zwei Spielmannsleute aus dem Norden unterhalten mit Musik, Anekdoten und guten Geschichten. Das hätte auch den alten Rittersleuten bestimmt sehr gefallen!

Ritterlich tafeln auf Wasserschloss Mellenthin
Wasserschloss Mellenthin
Schlossallee 5
17429 Mellenthin
Tel.: 038379 2878-0
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Januar - März täglich ab 12 Uhr geöffnet
April - Dezember täglich ab 11 Uhr geöffnet

 
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