Vom Wasserschloss Mellenthin zum Teufelsstein

Heute steht eine Radtour auf dem Programm. Auf den Spuren Lyonel Feiningers wollen wir nach Neppermin und dann auf schönen Wald- und Wiesenwegen wieder zurück zum Wasserschloss Mellenthin fahren.

Gleich nach dem Frühstück radeln wir los. Die Fahrräder haben wir uns im Hotel ausgeliehen. Sie machen einen soliden und gut gepflegten Eindruck. Hinter dem Schlossgraben biegen wir links ab und folgen den hölzernen Hinweisschildern Richtung Neppermin.

Auf Feiningers Spuren

Warum machen wir eigentlich eine Feininger-Tour, wo wir doch gar keine Kenner seiner Werke sind? Eher im Gegenteil. Erst auf Usedom haben wir von ihm gehört. Ganz einfach: Auf der Strecke liegen Orte, die scheinbar so schön sind, dass sie einen Maler inspiriert haben. Diese Aussichten wollen wir auch genießen. Und wie auch Feininger damals, erstrampeln wir uns die besonderen Momente mit Muskelkraft und dem guten Gefühl, später zufrieden und hungrig zum Brauerabend ins Wasserschloss zurückzukehren. Aber davon sind wir erst mal noch ein gutes Stück entfernt.
Unser erster Halt ist ein Bootssteg mit einem idyllischen Fischkutter. Auf den hölzernen Planken befindet sich ein bronzener Orientierungspunkt. Er zeigt genau an, wo einst die Staffelei des deutsch-amerikanischen Impressionisten stand. Schaut man in die gleiche Richtung wie er damals, kann man weit die Küstenlinie entlang blicken. In der Rundung liegt der Ort Neppermin. An diesem Tag ist der Wind frisch und kühl. Der Schilfgürtel raschelt, die Wellen platschen gegen den Steg, Möwen segeln kreischend im Wind. Eine tolle Küstenatmosphäre, wie sie nicht nur ein Maler schätzt.

Die Vogelinseln Böhmke und Werder

Bei Neppermin folgen wir der herrlichen Uferpromenade. Links von uns können wir hinter dem Schilf einen Blick auf die beiden Inseln Böhmke und Werder werfen. Wie auf ein unhörbares Kommando hin, steigt dort plötzlich ein riesiger Vogelschwarm kreischend auf. Nach einer hektischen Runde lassen sich alle wieder an genau der gleichen Stelle nieder. Die Gefahr scheint gebannt. Ein Mensch kann nicht der Grund für die Panik gewesen sein, denn der hat keinen Zutritt. Höchstens eines der Schafe, die zusammen mit den Vögeln die einzigen Bewohner der Insel sind. Wir klettern auf einen hölzernen Aussichtsturm und haben einen sagenhaften Blick über die Hafflandschaft und den Küstenverlauf. Anschließend geht es weiter den Uferweg entlang Richtung Konker Berg und Teufelsstein.

Exotische Inselbewohner

Wir treffen kaum noch Radfahrer, als wir uns den Waldweg am Fuße des Konker Bergs Richtung Ückeritz entlangschlängeln. Im Gegensatz zur Uferpromenade ist der Weg jetzt unbefestigt und hier und da mit Wurzeln und losem Sand bedeckt. Kein Problem jedoch für unsere robusten Räder. Wir kommen gut voran. Nach einer Kurve späht uns plötzlich eine sonderbare Gestalt hinter einem Zaun entgegen. Sie hat einen wolligen Kopf und riesige Augen. Neugierig schaut sie uns zu, als wir die Räder abstellen und schnell den Fotoapparat aus dem Rucksack zerren. Wir hätten uns gar nicht beeilen brauchen. Ruhig wartet das flauschige Tier, bis wir näherkommen. Jetzt erkennen wir es. Ein Alpaka! Vorsichtig kraulen wir sein Köpfchen. Es hält genussvoll still. Auch das Klicken der Kamera macht ihm keine Angst. Es ist scheinbar Papparazzi gewohnt. Schweren Herzens trennen wir uns von unserem neuen Freund und radeln weiter.

Teufelsstein und Strandvergnügen

Der Teufelsstein bei Pudagla
Der Teufelsstein bei Pudagla

Bald taucht im Wasser hinter dem Schilf der Teufelsstein auf. Vor Pudagla direkt am Konker Berg liegt dieser sagenumwobene Brocken im Wasser. Er sieht auf den ersten Blick gar nicht so imposant aus, ist es aber mit einer Größe von 22 Kubikmetern durchaus. Ein Riese soll ihn geworfen haben. Eigentlich wollte er damit das Kloster Pudagla treffen, da ihn das ständige Läuten der Glocken nervte. Der Stein rutschte ihm jedoch aus der Hand und landete im Achterwasser. Heute ist er besonders bei den Möwen beliebt, wie man an seinem weißen Überzug erkennt.
Direkt vor uns liegt jetzt ein langer Sandstrand. Wir schieben die Räder durch den weichen Sand. Wir könnten auch oben um den Strand herumfahren. Doch dieses maritime Gefühl wollen wir uns nicht entgehen lassen. Ein Pärchen liegt bereits ausgestreckt in der Sonne, weiter hinten spielt ein Hund mit den Wellen. Wir stellen die Räder ab und setzen uns in den warmen Sand. Alles ist ganz ruhig und friedlich. Nur die Wellen plätschern leise. Nicht einmal der Hund gibt einen Laut von sich. Er hat inzwischen den Kampf mit den Elementen aufgegeben und sich zum Trocknen neben die beiden Sonnenanbeter gelegt. Als der Wind kühler wird, stehen wir auf, klopfen uns den Sand aus der Kleidung und steigen wieder auf unsere treuen Drahtesel. Hungrig und durstig überlegen wir, ob wir kurz am Nepperminer Fischpalast direkt an der Promenade Halt machen sollen. Auf der Hinfahrt sind wir direkt an ihm vorbeigekommen. Er sah mit seinen Strandkörben und dem alten Fischerboot im Garten sehr einladend aus. Allerdings lockt uns auch das Mellenthiner Bier, das im Wasserschloss gebraut wird. Spontan entscheiden wir uns, auf direktem Weg zurückzuradeln und es uns an den sonnigen Tischen im Schlosshof bequem zu machen. Eine gute Entscheidung, wie sich bald herausstellt. Wir ergattern gerade noch die letzten freien Plätze. Es herrscht schon viel Betrieb. Kein Wunder, bei diesem tollen Ambiente, dem strahlenden Sonnenschein, dem süffigen Bier und dem herrlichen Kuchen. Entspannt lehnen wir uns zurück und genießen den Nachmittag.

Wasserschloss Mellenthin
Schlossallee 5
17429 Mellenthin
Tel.: 038379 2878-0
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Täglich ab 12 Uhr geöffnet


 
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