Von Mellenthin über Balm zum Cosim

Vom Wasserschloss Mellenthin zum Nachbarort Balm sind es nur 3,5 Kilometer. Eine gute Distanz also für eine entspannte Wanderung. Wer wie wir gern noch etwas weiter möchte, kann zusätzlich die Halbinsel Cosim erobern.

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen – Heute wollen wir wieder einmal Goethes wahre Worte beherzigen und von Mellenthin nach Balm wandern. Los geht es nach einem tollen Frühstück im Glaspavillon des Wasserschlosses mit Schlossmüsli, Obst, köstlichem Rührei und hoteleigenem Kaffee. Wir überqueren den schönen, kopfsteingepflasterten Innenhof und die alte Brücke mit dem schmiedeeisernen Tor.

Durchs Mellenthiner Os nach Balm

Der Weg führt unter schattigen Bäumen entlang Richtung Achterwasser. Dort liegt der kleine Ort Balm – keltisch für Höhle – in einer Bucht am Balmer See. Wie der ungewöhnliche Name schon vermuten lässt, ist der Ort eine der ältesten Siedlungen der Insel. Auch das Umfeld des Ortes ist geschichtsträchtig. Wo sich heute der Golfpark Balm auf 120 Hektar erstreckt und Sportler ihre kleinen weißen Bälle schlagen, schlugen vor etwa 1000 Jahren noch die Slawen auf ihre Feinde ein. Heute hat glücklicherweise die schöne Natur alle Gräuel der Vergangenheit verdrängt.

Grüne Tunnel und kleine Buchten

Romantische Buchten am Achterwasser
Romantische Buchten am Achterwasser

Wir wandern entlang an kleinen Miniaturbuchten, in denen Boote im Schutz des Schilfgürtels ankern. Manchmal müssen wir uns ducken, so zugewachsen ist der Weg. Die Sträucher und Bäume formen grüne Tunnel, durch die hindurch man kurz darauf wieder ins helle Sonnenlicht tritt.
Nach starken Regenfällen, wie in der letzten Nacht, ist der Weg an einigen Stellen aufgeweicht. Etwas oberhalb kommen wir jedoch trockenen Fußes an allen Pfützen vorbei. Wir gelangen an den idyllischen kleinen Hafen von Balm. Er bietet Sportbooten und Wasserwanderern Schutz und uns ein erstklassiges Fotomotiv.

Seeadler und Knabenkraut am Cosim

Da wir immer noch Lust auf mehr haben, wandern wir weiter Richtung Halbinsel Cosim. Dieses Naturschutzgebiet liegt nordöstlich und ist ein Eldorado für Weißstorch, Graureiher und sogar Seeadler. Mit etwas Glück kann man ihn am Himmel seine Kreise ziehen sehen. Wir schauen deshalb angestrengt nach oben und sehen in der Ferne einige Greifvögel fliegen. Für unser ungeübtes Auge ist allerdings nicht zu erkennen, welche Art von Vogel wir da erspäht haben. Macht nichts. Wir stellen uns einfach vor, es wären Seeadler. Außerdem gibt es auch unten am Boden viel zu entdecken. Seit die Landzunge Cosim kurz nach der Wende Natur- und Vogelschutzgebiet wurde, konnte sich wieder eine fast intakte Flora ansiedeln. Inzwischen gedeihen hier so seltene Pflanzen wie das Knabenkraut, die Kuckuck-Lichtnelke und das Wollgras.
Wir kommen an einer freien Fläche vorbei, wo ein Mann gerade Schilfrohr schneidet. Aufgestapelt liegen schon einige Ballen neben ihm. Auf unsere neugierige Frage hin erklärt er uns etwas brummig, dass dieses Schilf zum Eindecken der Usedom-typischen Reetdachhäuser verwendet wird. Die kleinflächige Mahd des Schilfs ist hier auf dem Cosim erlaubt, wie wir erfahren. Ansonsten findet aber keine weitere Nutzung mehr in diesem Naturschutzgebiet statt. Wir lassen ihn in Ruhe weiter seinem traditionellen Handwerk nachgehen und folgen dem Weg Richtung Achterwasser.

Für Vögel und Wanderer ein Paradies

Überall wimmelt es von Vögeln. Kein Wunder, denn die Halbinsel ist für sie ein idealer Zufluchtsort. Auch wenn wir die seltenen Arten wie Rotschenkel, Bekassine, Kiebitz, Schilfrohrsänger und Rohrweihe nicht ohne weiteres erkennen, sind wir doch sicher, dass sie dieses Paradies auf keinen Fall verschmähen. Wir bewegen uns vorsichtig, um die zwitschernden Flugkünstler nicht zu stören. Immerhin haben sie hier Heimrecht. Kurze Zeit später erreichen wir einen kleinen Strand. Zeit für eine Pause und einen Schluck aus der Wasserflasche. Wir sind froh, dass wir zwei kleine Flaschen eingesteckt haben. Wandern macht durstig, und auch die Sonne fordert ihren Tribut.
Zur Abkühlung gehen wir kurz mit nackten Füßen ein Stück ins Wasser hinein. Es ist schön kühl und glasklar. Fast bedauern wir, dass wir anschließend wieder in die dicken Wanderschuhe schlüpfen müssen. Aber zum Barfuß gehen ist es definitiv noch zu kühl, auch wenn es ansonsten sehr gesund für die Füße ist. Wir kehren zum Hauptweg zurück und durchqueren etwas später ein Waldstück mit uralten, schon ganz knorrig aussehenden Bäumen. Jetzt ist es Zeit für den Rückweg. Erschöpft aber glücklich und voller schöner Eindrücke kommen wir wieder im Wasserschloss Mellenthin an. Wir lassen uns in einen der gestreiften Strandkörbe im Schlosshof plumpsen und belohnen uns mit zwei hellen Mellenthinern. Urlaub kann so schön sein!

Wasserschloss Mellenthin
Schlossallee 5
17429 Mellenthin
Tel.: 038379 2878-0
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Täglich ab 12 Uhr geöffnet


 
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