Vogelzug im Herbst auf Usedom

Im Herbst zieht es wieder viele Vogelarten in ihre Winterquartiere. Manche Zugvögel fühlen sich aber mittlerweile auf der Insel Usedom das ganze Jahr über wohl.

Die Ostseeküste ist die Heimat zahlreicher Vogelarten. Wenn der Herbst beginnt, strömen gefiederte Besucher auf die Inseln vor der Küste. Denn dann beginnt der Vogelzug. Nicht nur Kraniche, sondern auch viele andere Vogelarten rasten noch einmal dort, bevor sie sich auf den Weg in ihre Winterquartiere machen.

Die innere Uhr der Vögel

Jedes Jahr im Herbst machen sich Zugvögel auf den Weg von Europa nach Afrika. Allein 100 Millionen davon kommen aus Deutschland. Sie alle folgen einer inneren Uhr. Wenn die Tage bei uns kürzer werden, treten sie ihre lange Reise gen Süden an. Instinktiv wissen sie, dass jetzt die Zeit angebrochen ist, in der sie nur noch wenig Nahrung bei uns finden. Storch, Schwalbe und Rotkehlchen sichern ihr Überleben, indem sie sich in wärmere Gebiete zurückziehen. In diesem Jahr begann die Sammlung der Zugvögel sogar schon etwas früher. Vermutlich liegt dies an dem wenigen Niederschlag, der zur Austrocknung sonst feuchter Gebiete führte.

Der „Vogel des Glücks“ fliegt nach Afrika

Besonders der Kranich fasziniert jeden Herbst mit seiner ungewöhnlichen Flugstaffel. Der elegante Vogel fliegt in V-Formation. Ganz vorne führen erfahrene und kräftige Flieger die Gruppe an. Dann folgen Eltern mit ihren Jungtieren. Wenn es Wind und Wetter gut mit ihnen meinen, kann die ganze Gruppe nonstop bis nach Südeuropa durchfliegen. Das machen sie allerdings eher selten. Zudem frisst sich die ganze Schar vorher auf abgeernteten Feldern auch noch ein Polster für den langen Flug an.

In Schweden werden Kraniche „Vögel des Glücks" genannt. Denn wie hier bei uns die Schwalben, sind sie in Schweden die Boten der warmen Jahreszeit. Sie bringen Helligkeit, Wärme und das Glück zurück ins Land.

Zugvögel friedlich ziehen lassen

Gerade jetzt im Oktober rasten noch unzählige Vögel auf den Feldern in Vorpommern. Fährt man mit dem Auto oder Zug Richtung Usedom, kann man die scheuen Tiere überall an ihren Rastplätzen beobachten. Wichtig ist jedoch, sie keinesfalls durch Lärm zu stören oder aufzuschrecken. Denn bei ihrer panischen Flucht verbrauchen sie unnötig Energie, die sie eigentlich für ihren Weiterflug in den Süden viel dringender benötigen. Auf der langen Reise lauern auch noch andere Gefahren. Neben der Kondition der Tiere ist ein wichtiger Faktor auch das Wetter. Hinzu kommt, dass immer noch in einigen Ländern Jagd auf sie gemacht wird. Da ihre Routen voraussehbar sind, bedeuten sie leichte Beute. In Deutschland ist dieses Vorgehen glücklicherweise unter Strafe gestellt.

Flugverweigerer im Usedomer Achterland

Besonders vogelreich ist die Landzunge Cosim im Achterland der Ostseeinsel Usedom. In diesem Natur- und Vogelschutzgebiet nahe des Ortes Mellenthin nisten Weißstorch, Graureiher und sogar Seeadler. Seit die Landzunge Cosim kurz nach der Wende Schutzgebiet wurde, konnte sich wieder eine fast intakte Flora und Fauna ansiedeln. Von hier starten jeden Herbst viele der Weißstörche gen Süden. Sie sind ausgesprochene Langstreckenflieger. Inzwischen sind allerdings viele Klapperstörche, wie man den Weißstorch hier auch nennt, zu echten Usedomern geworden. Die Bedingungen sind durch mildere Winter auch hier so gut, dass es viele Zugvögel gar nicht mehr weg zieht. Einer der weißen Flugverweigerer wohnt gegenüber vom Wasserschloss Mellenthin auf dem Dach eines Gutshauses. Morgens inspiziert er in aller Gemütsruhe im herbstlichen Nebel die Wiesen rund um das Wohlfühl-Hotel. Er denkt gar nicht daran, die großen Strapazen einer langen Reise auf sich zu nehmen. Denn wer weiß, ob es wo anders auch so gemütlich ist wie in Mellenthin…

Seit einigen Jahren Usedomer – das Storchenpaar von Mellenthin
Seit einigen Jahren Usedomer – das Storchenpaar von Mellenthin

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